HPN™ Reinstnickeldraht und -stabmaterial

hpulcas™ verarbeitet elektrolytisch raffiniertes Reinstnickel zu Stäben und Draht für eine Vielzahl von Anwendungen, die sowohl hochreines als auch porenfreies Material erfordern. Die Haupteinsatzgebiete unseres Reinstnickeldraht- und -stabmaterials liegen u. a. in der Elektrotechnik, in der Galvano- und Beschichtungstechnik sowie als Vormaterial für die Feinstdraht- und Metallgewebeherstellung.
Wir liefern Reinstnickeldraht im Durchmesserbereich zwischen 3,0 mm und 0,2 mm bzw. Stabmaterial ab einem Maximaldurchmesser von 4,7 mm in harter oder weicher Ausführung. Des Weiteren können wir auch Drahtzuschnitte, Drahtkorn und Pellets im genannten Abmessungsbereich nach Kundenwunsch bereitstellen. Sprechen Sie uns hierzu bitte direkt [Link zum Kontaktformular] an.
Da das Einsatzmaterial für unseren HPN™-Nickeldraht nicht auf pulver- oder schmelzmetallurgischem Wege erzeugt, sondern direkt aus elektrolytisch gewonnenen Reinstnickel-Kathoden hergestellt wird, können Poren- und Einschlussfreiheit ebenso garantiert werden wie äußerst geringe Spurenelementgehalte. Die bei hpulcas™ hergestellten hochreinen Nickeldrähte und -stäbe weisen im Vergleich zu konventionellen Reinnickelqualitäten folgende Besonderheiten und Vorteile auf:

  • Höchste Reinheit von ≥ 99,98 %. hpulcas™ ermittelt den Reinheitsgrad seines Einsatzmaterials standardmäßig mittels GDMS (Glimmentladungs-Massenspektroskopie) sowie den Gas- und Kohlenstoffgehalt zusätzlich mittels IGA (Instrumentelle Gasanalyse). Insgesamt werden dabei 78 Elemente bestimmt, wobei die Messgrenzen prinzipiell als Verunreinigungsgehalt behandelt werden. Als Spurenelemente, deren Gehalt 1 ppm übersteigt, sind lediglich Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und Eisen zu nennen. Weitere Informationen zu unseren Reinheitsstandards erhalten Sie hier. [Link zum Whitepaper „State of Purity“ über Anfrageformular]
  • Aufgrund des außerordentlich hohen Reinheitsgrades weist HPN™-Draht einheitliche und reproduzierbare physikalische Eigenschaften auf
  • Die mechanischen Eigenschaften können im Verarbeitungsprozess in weiten Grenzen angepasst werden. Aufgrund der hohen Reinheit lassen sich im geglühten Zustand sehr geringe Härtewerte von ≥ 65 HV erzielen.
  • HPN™-Draht kann bereits bei geringen Temperaturen von ≥ 350 °C rekristallisationsgeglüht werden.
  • HPN™-Draht ist sehr korrosionsbeständig gegenüber Seewasser, nicht-oxidierenden Säuren, Laugen und zahlreichen organischen Substanzen.
  • HPN™-Draht sind bis porenfrei.

Datenblatt HPN™-Draht und Stabmaterial

Haben Sie Fragen zu unserer HPN™-Draht und Stabmaterial oder stellen Sie besondere produktspezifische Anforderungen? Wir helfen Ihnen gern persönlich weiter!

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Anwendungsfelder

hpulcasTM produziert hochwertige Sputtertargets und Pellets aus HPN™-Draht. Aufgrund seiner höheren Reinheit und des extrem niedrigen Spurenelementgehaltes (Fe ≤ 2 ppm, C ≤ 20 ppm u. a.) können mit HPN™-Sputtertargets und Pellets hochwertige Dünnschichten erzeugt werden. HPN™-Pellets bzw. Drahtkorn kann in verschiedenen Größen nach Kundenspezifikation hergestellt werden. Ebendies gilt für eventuelle individuelle Anforderungen bezüglich der mechanischen Eigenschaften (hart bis weich) sowie Konfektionierung und Verpackung.

HPN™-Draht weist im Vergleich zu Standard-Reinnickelgüten einen geringeren elektrischen Widerstand bei Raumtemperatur von lediglich ρ = 7,1 µΩ∙cm gegenüber ρ = 9,0 µΩ∙cm (Ni 99.2) bzw. ρ = 7,5 µΩ∙cm (Ni 270) auf. Eine der wichtigsten Anforderungen an thermische Sensoren und Reglerspulen ist, dass der elektrische Widerstand des Materials nicht nur mit der Temperatur konstant ansteigt, sondern in einem definierten Temperaturbereich auch eine möglichst ausgeprägte lineare Abhängigkeit zeigt. Reines Nickel erfüllt diese Anforderung im besonderen Maße, wobei die Temperaturabhängigkeit umso ausgeprägter ist, je höher der Reinheitsgrad ausfällt. HPN™ erfüllt diese spezielle Anforderung und ist daher für diesen Anwendungsbereich besonders prädestiniert.

HPN™-Draht von hpulcas kann in pelletierter oder gekörnter Form als schüttfähiges Anodenmaterial in unterschiedlichsten elektrochemischen Prozessen zur Anwendung kommen. Die hochreinen Nickelanoden von hpulcas™ lassen sich im Elektrolyseprozess vollständig auflösen, ohne dass es zu einer Passivierung kommt. Die aus HPN™ hergestellten Anoden benötigen im Vergleich zu den handelsüblichen, schwefeldepolarisierten Anoden eine geringere Auflöseenergie und können u. a. in Watts- und Sulfamatbädern eingesetzt werden.

Die außerordentlich hohe Reinheit der HPN™-Anoden verringert die Badkontamination durch Fremdelemente und erhöht somit die Standzeiten der Elektrolysebäder. Zudem lassen sich sehr reine und duktile Nickelschichten mit hoher Korrosionsbeständigkeit erzeugen. Besonders für den Einsatz in Sulfamatbädern bieten hochreiner Nickelanoden Vorteile, da im Gegensatz zu den herkömmlichen, schwefeldepolarisierten Anoden auf den Einsatz chloridhaltiger Additive verzichtet werden kann und zudem der unbeabsichtigte Einbau von Schwefel in die abgeschiedene Schicht mit den daraus resultierenden Versprödungserscheinungen vermieden werden können.

Hochreine Nickellitzen und -drähte sind insbesondere geeignet für den Einsatz unter erhöhten Temperaturen (bis 350 °C, kurzzeitig auch höher) und in korrosiver Umgebung, bei dem die Verwendung von Kupferleitern ausgeschlossen ist. Aufgrund des hohen Reinheitsgrades des HPN™-Drahtes, kann der im Vergleich zu Kupfer höhere elektrische Widerstand und damit die Leitungsverluste gegenüber Standard-Reinnickelqualitäten reduziert werden.

hpulcas™ fertigt Reinstnickeldrähte bis zu einem Durchmesser von ≥ 0,2 mm entsprechend einem kleinsten Leiterquerschnitt von 0,03 mm².

HPN™-Draht lässt sich aufgrund der Poren- und Einschlussfreiheit des elektrolytisch gewonnenen Einsatzmaterials zu extrem dünnen Drähten sowie Drahtgeweben höchster Reinheit weiterverarbeiten. HPN™-Draht ist im weichgeglühten Zustand äußerst duktil und besitzt ein ausgezeichnetes Formänderungsvermögen. Aufgrund der außerordentlich hohen Reinheit lässt sich unser Reinstnickeldraht nach der Kaltumformung bereits bei sehr geringen Temperaturen (350 – 450 °C) rekristallisierend glühen. Die mechanischen Eigenschaften des Drahtes können hierdurch kundenspezifisch angepasst werden.

HPN™-Draht kann als Schweißzusatzwerkstoff und Spritzdraht für thermische Spritzverfahren und verwandte Oberflächenbeschichtungsverfahren verwendet werden. Er eignet sich insbesondere für Anwendungen, bei denen Wert auf die Reinheit aufzubringenden Schicht gelegt wird. Die erzeugten Reinstnickelschichten weisen eine hervorragende Beständigkeit gegenüber erhöhten Temperaturen und korrosiven Medien auf

Typische Anwendungsgebiete sind so zum Beispiel Korrosionsschutzbeschichtungen für den Einsatz im alkalischen Bereich, Hochtemperaturschutzschichten in Kesseln und thermischen Behandlungsanlagen sowie Schutzschichten und Auskleidungen von Membranwänden (z.B. in Müllverbrennungsanlagen, Biomassefeuerungsanlagen, Turbinen- und Kraftwerken). Auch für Haftvermittlungs- und Konversionsbeschichtungen in Keramik-Metall-Verbunden (z.B. in Turbinenteilen, Dichtungen, Implantaten und SOFC) kann HPN™-Draht verwendet werden.

Unsere typischen Spritzdrahtabmessungen liegen im Durchmesserbereich von 1,6 bis 1,0 mm. Individuelle Anforderungen bezüglich mechanischer Eigenschaften oder Sonderabmessungen können auf Anfrage realisiert werden.